Quo Vadis Barca?

Die Vereinsverantwortlichen des FC Barcelona werden zwar nicht müde zu betonen, dass der Kader gut genug  ist und es kommende Saison nur kleinere Korrekturen geben wird. Aber nach der 0-7 Blamage gegen die Bayern müssen doch einige Positionen hinterfragt werden. Die Schwachstellen bei den Katalanen wurden schonungslos offengelegt.

Baustelle Nummer 1 ist die Defensive. Torwart Victor Valdes wird spätestens 2014 den Verein verlassen. Die einzig richtige Entscheidung wäre Valdes schon kommenden Sommer zu verkaufen um etwas Geld in die klammen Kassen zu spielen. Doch wer soll ihm nachfolgen? Ein junger Torwart ala Courtois, Ter Stegen oder doch ein gestandener Goalkeeper wie Lloris. Eine Billiglösung wie Guaita oder kommt ein Überraschungskandidat ala Begovic? Die Gerüchteküche brodelt. Favorit hat sich noch keiner herauskristallisiert. Fakt ist aber, dass die aktuelle Situation nicht zielführend ist. Valdes noch eine Saison zu behalten würde das Problem „Torwart“ nur für ein Jahr aufschieben, aber keineswegs lösen. Aber auch in der Innenverteidigung muss der designierte spanische Meister nachrüsten. Mit Puyol, Pique und Bartra stehen aktuell 3 gelernte Innenverteidiger im Kader. Hinzu kommt Javier Mascherano, der in den letzten 2 Jahren auf diese Position umgeschult wurde. Die beiden Außenverteidiger Adriano und Abidal können auch in der Abwehrzentrale spielen. Aber ein Dauerzustand kann die aktuelle Konstellation nicht sein. Denn Puyol ist nicht mehr der Jüngste und verletzungsanfällig. Abidal hat in den vergangen 2 Jahren krankheitsbedingt nur 26 Ligaspiele für Barca absolviert und ist mit 33 Jahren auch schon am Zenit angelangt.  Bartra hingegen ist zu jung und unerfahren. Mindestens einen Neuzugang kann bzw. muss man auf dieser Position erwarten. Auch hier gibt es eine Vielzahl an kolportierten Namen. Zuletzt hatte sich Mats Hummels mit einer überragenden Leistung in Madrid für den Posten beworben. Des weiteren geistern die Namen Vertonghen, Vermaelen, Kompany oder Agger durch die Gazetten. Mit Inigo Martinez und Marquinos stehen angeblich auch zwei Youngster auf dem Zettel. Und auch auf der Rechtsverteidigerposition muss man nach der zweiten schwachen Saison in Folge hinterfragen, ob denn Dani Alves noch der Richtige ist? Oder ob man nicht doch Youngster Martin Montoya eine Chance geben soll.

Baustelle Nummer 2 ist die jahrelang vielgerühmte Offensive. Zu ausrechenbar ist man aktuell, zu sehr abhängig von Weltfussballer Lionel Messi. Weder Alexis Sanchez, noch Pedro, noch Villa und noch weniger Cesc Fabregas als „falsche 9“ wussten zu überzeugen. Am Besten zu gefallen wusste mit Cristian Tello noch ein Spieler, der offiziell für das B-Team registriert wurde. Die Sturmreihe der Katalanen benötigt dringend frischen Wind. Ob der nun aus den eigenen Reihen kommt (Deulofeu) oder in Person von Neymar zugekauft werden muss ist egal. Die aktuelle Angriffsformation des FC Barcelona ist nicht stark genug um eine gut stehende Defensivreihe, wie jene der Bayern, in Gefahr zu bringen. Doch bevor man hier auf dem Transfermarkt tätig werden kann, muss man wohl erst Ballast aus den eigenen Reihen abwerfen! David Villa kokettierte schon im Winter mit einem Wechsel. Ihm wird man wohl keine Steine in den Weg legen. An Alexis Sanchez ist seit geraumer Zeit Juventus Turin dran. Jene streben aber einen Leihvertrag an, was die Katalanen bekanntlich wenig interessiert, benötigt man doch Festgeld um etwa einen Mann wie Brasilostar Neymar in die Kunstmetropole zu holen. Aber auch Pedro sollte sich seines Platzes nicht zu sicher sein. Denn ganze 10 Ligatore in den letzten 2 Saisonen sind einfach zu wenig. Mittelfeldmann Xavi Hernandez hat  etwa im selben Zeitraum 15 Treffer in der Primera Division gelandet!

Mit Ibrahim Afellay, Andreu Fontas, Keirrison, Isaac Cuenca und Bojan Krkic hat man zudem noch einige Leihspieler bei anderen Vereinen geparkt. Ein Großteil dieser Spieler wird aber im Sommer nach Barcelona zurückkehren. Eine Zukunft hat aber eigentlich kaum einer in Katalonien. Darum ist davon auszugehen, dass Barca versuchen wird jene Kicker noch irgendwie zu Geld zu machen.

Auch Trainer Tito Vilanova muss man kommende Saison mehr in die Pflicht nehmen. Er führte das Team zwar ins Cup- und CL-Halbfinale und aller Voraussicht nach zum 22. Titel in der Primera Division. Aber gerade in den direkten Duellen mit europäischen Topteams (Milan, PSG, Real, Bayern) zeigten die Katalanen zum Teil ihre schwächsten Saisonvorstellungen. Man präsentierte sich in der Abwehr fehleranfällig und in der Offensive zu ideenlos und unkreativ. Das fulminante 4-0 im Rückspiel gegen den AC Milan konnte nur kurzfristig von den offensichtlichen Problemen ablenken. Vilanova muss sich vorwerfen lassen im Herbst zu wenig rotiert zu haben und nicht zuletzt deswegen sind einige Schlüsselspieler im Moment weit weg von ihrer Normalform. Zudem hat Vilanova kein Rezept gefunden wie Barca gegen gut verteidigende Teams zu mehr Torabschlüssen kommt. Guardiola hatte dieses Problem schon vorige Saison erkannt und deshalb auch des öfteren mit einer 3er-Kette experimentiert. Wenig hilfreich für Vilanovas` Arbeit als Trainer und auch für das Team selbst war natürlich die Krebserkrankung von selbigem. 3 Monate lang musste Assistenztrainer Jordi Roura, obwohl praktisch ohne Erfahrung, den Trainerposten übernehmen, während sich Vilanova in New York behandeln lassen musste. Nicht zuletzt darum darf man Vilanova nach einem Jahr Amtszeit noch lange nicht abschreiben. Denn er hat auch sehr vieles richtig gemacht, wenn man nur an die sensationelle Hinrunde bedenkt. Er muss sich nun, hoffentlich wieder völlig genesen, Gedanken machen, wie er das Team wieder in die Spur bringt und dabei muss er eventuell auch die ein oder andere schwere Personalentscheidung treffen.

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